Hospiz macht Schule

Kinder & Jugendliche erleben heute kaum noch unmittelbar das Sterben und den Tod eines nahen Angehörigen und haben immer seltener die Möglichkeit, das Leben in seiner Endlichkeit zu begreifen. Denn die meisten Menschen sterben heute in Institutionen - Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Vor diesem Hintergrund bietet das Schönborn - Gymnasium Münnerstadt seinen Schülern & Schülerinnen die Möglichkeit im geschützten Rahmen der Schule individuelle Handlungsstrategien zu den Themen Sterben, Tod und Trauer zu entwickeln.

Die Schülerinnen & Schüler der 10 Jahrgangsstufe, die sich, nach Lehrplan, mit den Themen Tod, Sterben und Trauer auseinandersetzen, nahmen an einem Workshop "Hospiz macht Schule" unter Leitung des Hospizvereins Bad Kissingen e.V. teil.

Frau Rita Hillenbrand, leitende Koordinatorin des Hospizvereins Bad Kissingen e.V. und Palliativ-Care-Fachkraft, und ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen, besuchten die Klassen in sechs Unterrichtseinheiten. Die Schwerpunkte des Workshops lagen in der Information zu professionellen und ehrenamtlichen Hilfsangeboten und der Wahrnehmung der Bedürfnisse von schwerstkranken und sterbenden Menschen. "Wir möchten den Jugendlichen die Angst vor Tod, Sterben und Trauer nehmen und so vermeiden, dass Sie sich von Angehörigen in schweren Lebenssituationen abwenden", erläutert Hillenbrand den Ansatz des Workshops. "Sterben, Tod und Trauer gehören in die Mitte unserer Gesellschaft, denn es trifft uns alle", so Hillenbrand weiter.

In verschiedenen Selbsterfahrungsübungen lernten die meist 16-jährigen Jugendlichen, sich in Situationen von Verlusterfahrung und belastenden Symptomen durch Krankheit hineinzuversetzen und somit auch Bedürfnisse und Reaktionen, wie z.B. Wut und Hilflosigkeit, der betroffenen Menschen zu verstehen. "Die Schüler/innen üben Achtsamkeit im Umgang mit Mitmenschen und lernen die Bedürfnisse ihrer Mitschüler/innen kennen, was wesentlich zur Verbesserung der Klassengemeinschaft und des Umgangs untereinander beitragen kann", erklärt Hillenbrand dieses Vorgehen.

Auch die Vorsorgeplanung, wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, wurde im Workshop angesprochen und auf ihre Wichtigkeit hingewiesen. In einer Interviewsituation zu Beginn des Workshops erfuhren die Schüler/innen, dass es den befragten Menschen wichtig ist friedlich und schmerzfrei sterben zu können, aber dass kaum einer der Befragten eine Vorsorgeverfügung erstellt hat." Es erfordert Mut zu einem Tabuthema, wie Sterben, Tod und Trauer, Interviews zu führen, lobte Hillenbrand das Engagement der 10. Jahrgangsstufe.

Die Schüler/innen und anwesenden Lehrkräfte bedankten sich abschließend bei Frau Hillenbrand und dem Hospizverein Bad Kissingen e.V. für den wertvollen Projektunterricht aus der Praxis. " Allein die besondere Unterrichtsform, im Stuhlkreis mit gestalteter Mitte, und viel Bewegung schafft eine besondere Atmosphäre, fügte Herr Thomas Zarges, StD, evangelische Religion, an.

Der Hospizverein Bad Kissingen begleitet mit 72 ehrenamtlichen Hospizbegleitern schwerkranke und sterbende Menschen der Region und steht als Ansprechpartner zu Themen der palliativen Versorgung und Vorsorge- und Patientenverfügungsplanung kostenfrei zur Verfügung. Zudem bietet er verschiedene Projekte zu den Themen Sterben, Tod und Trauer für Kinder & Jugendliche und Erwachsene an. Infos unter www.hospizverein-bad-kissingen.com

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