Altgriechisch –
eine alte Sprache ganz modern
Griechisch als dritte Fremdsprache
Schülerinnen und Schüler, die bereits Latein lernen, können ab der achten Jahrgangsstufe das Fach Altgriechisch wählen.
Weil diese Sprache heutzutage nicht mehr gesprochen wird, bezeichnet man sie als „tote Sprache“. Das heißt aber nicht, dass Griechisch keine Bedeutung mehr für uns hat, im Gegenteil: viele griechische Wörter leben im Deutschen weiter. So lässt sich das Wort Auto beispielsweise auf das griechische Wort autos (= selbst) zurückführen, es bezeichnet also ein selbstfahrendes Fahrzeug.
Dass man in Griechisch nicht die Sprache selbst, sondern über die Sprache spricht, kann v.a. für diejenigen Schüler nützlich sein, die sich schwertun, eine moderne Fremdsprache zu sprechen. Der Griechischunterricht ist wie der Lateinunterricht aufgebaut, auch die Sprache funktioniert in weiten Teilen ähnlich. So können sich Griechisch und Latein gegenseitig stärken.

Welche Vorteile bietet Griechisch?
Kleingruppen
In der Regel sind die Griechischkurse recht klein, was den Vorteil bringt, dass sich die Schülerinnen und Schüler untereinander sehr gut kennenlernen. Außerdem kann sich die Lehrkraft Zeit für die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen nehmen.
Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten und Herleitung von Fremdwörtern
Dadurch, dass man Griechisch systematisch übersetzt, wird ein tiefes Verständnis von Sprachstruktur und Grammatik erworben. Man lernt, wie Sprache funktioniert, was den Schülerinnen und Schülern nicht nur in ihrer Muttersprache, sondern auch in modernen Fremdsprachen zugutekommt. Da sich viele Fachbegriffe auf das Griechische zurückführen lassen, wird durch die Kenntnis des Griechischen das Verständnis wissenschaftlicher Texte vereinfacht.
Sorgfältiges und präzises Arbeiten
Wie das Lateinische ist auch das Griechische nach dem „Baukastenprinzip“ aufgebaut, das heißt, dass sich eine Form aus dem Wortstamm, der den Sinn des Wortes trägt, und verschiedenen Endungen zusammensetzt. Da es dabei auf jeden einzelnen Buchstaben ankommt, wird beim Übersetzen Genauigkeit und Konzentration geschult – Fähigkeiten, die für nahezu jeden späteren Beruf wichtig sind!
Argumentationsfähigkeit und Hilfe bei der Suche nach dem eigenen Lebensweg
Die alten Griechen haben den Grundstein für viele Fragen gelegt, die uns heute noch immer beschäftigen, beispielsweise: Wie sollte man gut leben? Was bedeutet Glück, was macht wahre Freundschaft aus? Wie ist der ideale Staat aufgebaut?
Fragen, über die man zu jeder Zeit diskutieren kann, weil sie sich nicht eindeutig beantworten lassen. Im Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, verschiedene Sichtweisen kritisch zu reflektieren und eigene Standpunkte zu vertreten. Nicht nur ihre Argumentations- und Kritikfähigkeit sowie ihr Selbstbewusstsein werden dadurch gestärkt, sondern es wird auch ihre Persönlichkeitsbildung gefördert.
Themenvielfalt: Vertieftes Kennenlernen der europäischen Kultur
Die Griechen haben Vieles zur Entstehung unserer Kultur beigetragen: Sie waren beispielsweise die Erfinder der Olympischen Spiele und des Theaters. Der Postversand Hermes sowie die Marke Nike haben ihre Wurzeln ebenfalls in der griechischen Antike.
Die Griechen haben die Grundsteine in den Fächern Religion, Philosophie und Ethik gelegt, ebenso wie in der Physik, Mathematik und Medizin, die Liste könnte man noch ewig fortsetzen. Im Unterricht wird ein bunter Mix aus diesen und weiteren Themen behandelt, große Helden werden ebenso besprochen wie tapfere Abenteurer, eifrige Forscher und unsterblich Verliebte – da ist für jeden etwas dabei!


Griechische Kultur hautnah erleben
Wo kann man die griechische Kultur besser erleben als in Griechenland?
Majestätische Tempelruinen vor malerischer Natur, die nicht nur bei Tag, sondern auch nachts in ihrem Glanz erstrahlen – wenn die Schülerinnen und Schüler einmal Urlaub in Griechenland machen, können sie einige Sehenswürdigkeiten aus den Schulbuchtexten mit eigenen Augen sehen.
Doch man muss nicht erst ins Flugzeug steigen, um der griechischen Kultur zu begegnen. Zum einen kann man viele deutsche Museen besuchen (und so z.B. mit dem Griechisch-Kurs einen Ausflug in die Würzburger Antikensammlung unternehmen), zum anderen sieht man berühmte Persönlichkeiten aus der Mythologie als Statuen in großen Parkanlagen wie beispielsweise im Würzburger Residenzgarten. Auch ein Theaterbesuch eignet sich, um die Antike zu spüren, denn einige Theaterstücke aus der Antike werden heute noch immer aufgeführt.
Wer sich zur Begegnung mit dem Griechischen nirgendwo anders hinbegeben möchte, kann sich mit einem Buch zuhause aufs Sofa kuscheln, denn viele moderne Jugendbücher (wie z.B. Madeline Miller: Das Lied des Achill, Jennifer Saint: Ich, Ariadne und Rosie Hewlett: Medea) befassen sich ebenfalls mit der griechischen Mythologie.
Und letztendlich begegnen wir Griechisch jeden Tag an unserer Schule: Das Wort Gymnasium stammt nämlich ebenfalls aus dem Griechischen und bedeutet „Ort für das Training“.