Übersetzen ist eine ganz feine
philologische Arbeit

Amelie Thoma ist gebürtige Schwäbin, Berlinerin, Lektorin, Moderatorin, und – vor allem – ist sie eine begeisternde und begeisterte Übersetzerin aus dem Französischen. Sie kam auf Einladung der Schule und der Buchhandlung Eisenmann (Bücherpavillon Bad Bocklet) ins Unterfränkische.

In dieser Eigenschaft hat sich der Gast des Schönborn-Gymnasiums Münnerstadt, im Gespräch mit den Elftklässlerinnen/Elftklässlern der Schule und einigen externen Gästen, von seiner besten Seite vorgestellt.

Sprachsensibel geschah dies, exakt in den Fragen an die Schüler und den Antworten auf Fragen, und, schließlich im Vortrag, der an den besten Stellen dieses feine Handwerk beeindruckend herausstellte, erklärte und Respekt einwarb.

Thoma hat die Großen der klassischen Moderne (Simone de Beauvoir) und der aktuellen Bestenliste übersetzt oder neu übersetzt (Anne Berest, Leila Slimani). Teils alleine, teils im Tandem. Und die Palette, die Wirkungsbreite Ihres Schaffens ist enorm.

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Von belletristischen Texten für Erwachsene bis hin zu All-Age-Fantasy und dystopischen Texten und essayistischen Texten reichen die Spielfelder. Thoma gelang es an Übersetzungskonstellationen aus der Lyrik zu zeigen, wie der Spagat zwischen Werktreue und freier Übersetzung zu bewerkstelligen ist, die den Übersetzer in gewisser Weise zum Co-Autor macht.

Übersetzerinnen, so viel wurde klar, sind eben auch Urheberinnen. Natürlich blieb es nicht aus, dass über die Herausforderungen, welche KI dem Berufsfeld bringt, über die Bezahlung und Wertschätzung dieser geistig anspruchsvollen Arbeit gesprochen wurde. Und doch blieb immer klar: da hat jemand sein Glück in der Übertragung von Texten, in der Feinarbeit des Philologischen gefunden.

Dass circa 90 % der übersetzten Literatur auf dem hiesigen Buchmarkt derzeit aus den englischsprachigen Ländern stammt, dass der Transfer aus dem Französischen also ein wenig zur Nische geworden ist, nahm der geistreichen Begegnung mit Thoma für die teils französischsprechenden Schüler des Gymnasiums nichts von Faszination und Kraft – und Bewunderung.

OStD Peter Rottmann (Foto: StD Jens Hupfer)

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